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Inhaltsverzeichnis

Auswahl der Methoden

Es gibt eine Vielzahl von Methoden, welche für persönliches Wissensmanagement grundsätzlich in Frage kommen. Es gibt mit Sicherheit auch Methoden, von denen wir noch nichts gehört haben oder die wir in unserer Aufstellung vergessen haben. Die Liste der von uns beschriebenen Tools entstand in einem Brainstorming, basierend auf der Lektüre des Buches "Wissenswege", Internetrecherche und persönlichen Erfahrungen. Im weiteren Verlauf der Arbeit kristallisierten sich Kategorien heraus, wurden einzelne Instrumente wieder verworfen und andere hinzugefügt.

Dabei ergab sich sehr schnell das Problem der Abgrenzung zwischen Lerntechniken und persönlichem Wissensmanagement. Frau Prof. Dr. Gabi Reinmann sieht hier eine mögliche Abgrenzung nur in Bezug auf die Ziele. "Sich Lernstoff für eine Prüfung aneignen, ist kein PWM. Trotzdem kann ich beim Lernen auf eine Prüfung z.B. Concept Mapping und die SQ3R-Methode anwenden", welche im Buch empfohlen werden.

"Lernstrategien oder -techniken ebenso wie Kreativitäts- und Problemlösetechniken sowie allem voran die Erkenntnisse der Metakognitionsforschung sind alle potenziell für das PWM interessant: PWM bzw. PWM-Autoren erfinden selten wirklich neue Methoden; vielmehr grenzt man mit PWM typische Situationen im Kontext der Wissensarbeit ein, fokussiert spezielle Probleme und hilft dabei, diese Situationen zu analysieren und nach Lösungen zu suchen."

Auch im Buch von Frau Prof. Dr. Gabi Reinmann und Prof. Dr. Martin J. Eppler geht es in erster Linie nach dem Motto "weniger ist mehr" darum, eine überschaubare Anzahl von möglichst trennscharfen Methoden anzubieten. Motivationstechniken wurden dabei bewusst nicht aufgeführt und auch von uns nicht behandelt. Populärwissenschaftliche Ansätze, wie man den inneren Schweinehund überlisten könnte, wurden sowohl von Expertenseite als auch von uns hier nicht weiter verfolgt.

Kategorisierung der Methoden:

Persönliches WissensmanagementStorytemplateSynergy MapToulminkarteWesentliches erkennenWikiWissensbankWissensbaumWissensbilanzWissensdiagnoseWissenslandkarteAdvanced OrganizerALPEN-MethodeBlogsClusterConcept MapDiagonales LesenDigitaler ZettelkastenEisenhower-MatrixEPortfolioEthnografisches InterviewFeedbackFokusmetaphernFragenbaumInformationen im Web recherchieren und bewertenIntensives LesenKategorisierungKompetenzagendaKompetenzportfolioKontaktnetzKursorisches LesenLernstrategienLifelineLiteraturverwaltungMikroartikelMind MapMintopyramideMorphologischer KastenMurder-SchemaNotizen machenPersönliche ArchivierungsstrategiePerspektivendiagrammPQ4RProduktportfolioProzesslandkartePunktuelles LesenSequenzielles LesenSocial BookmarkingSpeed-ReadingSQ3RKategorie:WissensbewahrungKategorie:WissensnutzungKategorie:WissenszieleKategorie:WissensbewertungKategorie:WissensidentifikationKategorie:WissenserwerbKategorie:WissensentwicklungKategorie:WissensteilungKategorie:NavigierenKategorie:SuchenKategorie:FeedbackKategorie:KommunizierenKategorie:ReflektierenKategorie:DiskutierenKategorie:Stärken/SchwächenKategorie:TestenKategorie:KollaborierenKategorie:VisualisierenKategorie:KontextualisierenKategorie:PräsentierenKategorie:VerknüpfenKategorie:VerbalisierenKategorie:ArchivierenKategorie:LöschenKategorie:NotierenKategorie:KategorisierenKategorie:KreativitätKategorie:BedarfsermittlungKategorie:SelbstkritikKategorie:ZielsetzungKategorie:MotivierenKategorie:PlanenKategorie:StrukturierenKategorie:PriorisierenKategorie:ReduzierenKategorie:InformationsaufnahmeKategorie:ErinnernKategorie:VergessenKategorie:RepetierenKategorie:Lerntypbestimmung
Über dieses Bild

Zielsetzung der Kategorisierung

Zielsetzung jeglicher Kategorisierung ist es, ein Thema aufzureissen, zu strukturieren und einem geordneteren Verständnis und einer analytischeren Bearbeitung zugänglich zu machen. Dies gelingt je nach Komplexitätsgrad, Erfahrung und bereits existierender Vorstrukturierungen gut oder weniger gut. Nach Reinmann und Eppler (2008, S. 89) dient die Kategorisierung, bzw. Klassifikation, dem Zweck, Informationen zu verdichten, zu organisieren, zu analysieren und einen besseren Überblick zu gewinnen. Ziel einer Kategorisierung ist die möglichst scharfe Trennung von Unterschiedlichem und die Gruppierung von Ähnlichem. Entsprechend definieren sie Kategorisierung und Klassifikation als hierarchische Strukturierung und Unterteilung eines Themenbereiches in Unterbereiche anhand der Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Wichtig festzuhalten scheint, dass es nicht "die eine" Kategorisierung gibt, sondern, dass diese jeweils nur in einem bestimmten Zielkontext, Kultur und aus einer bestimmten Perspektive Sinn macht. Dies zeigt sich eindrücklich im momentanen Bestreben vieler Institutionen, internationale Standards zu etablieren, um die Vielzahl existierender Kategoriensysteme, Klassifikationen, Thesauri, Ontologien oder sogenannter "kontrollierter Vokabulare" zu gleichen Themenbereichen zu vereinheitlichen.

Methoden zur Klassifikation und Kategorisierung finden sich auch hier in der Toolbox zum persönlichen Wissensmanagement, beispielsweise im Abschnitt Kategorisierung oder Mintopyramide

Knacknuss Kategorisierung

Insbesondere wenn man sich vorgenommen hat, für ein bestimmtes Themengebiet eine praxisorientierte "Toolbox" anzubieten, scheint es angebracht, sich intensiv über die Kategorisierung und Klassifikation dieser "Tools" bzw. Methoden Gedanken zu machen. Ziel ist es ja gerade, den "Werkzeugen" einen bestimmten Einsatzzweck zuzuordnen und Interessierten schnell den Weg zu weisen, wie, wofür und wann spezielle Instrumente eingesetzt werden können. Aber gerade der Versuch, Instrumente im Bereich des persönlichen Wissensmanagements einer möglichst objektiven Strukturierung zuzuführen, gestaltet sich ausserordentlich schwierig. Zu unterschiedlich wird Begriff, Umfang und Verständnis eines persönlichen Wissensmanagements aktuell behandelt. Und zu unterschiedlich können Einsatzzweck und Einsatzzeitpunkt von Instrumenten in diesem Rahmen sein, um sie eindeutig voneinander zu trennen oder trennscharf einer bestimmten Systematik zuzuordnen. So könnten sie kategorisiert werden, wo sie überwiegend zum Einsatz kommen (zu Hause, am Arbeitsplatz, etc.), welchem Medientyp sie zuzuordnen wären, welche Art von Wissen oder des Lernprozesses sie unterstützen, in welcher Phase des Lernprozesses sie anzuwenden wären, ob sie eher kurzfristigen oder eher langfristigen Charakter aufweisen etc. Kurz, eine objektive ("richtige") Kategorisierung gibt es nicht (vgl. auch Reinmann und Eppler 2008, S. 61).

Gewählte Kategorisierung: Erklärungen

Wie oben erwähnt kann eine Kategorisierung nur in ihrem jeweiligen Zielkontext sinnvoll erstellt und genutzt werden, was die Vielfalt der Kategorisierungsmöglichkeiten auch im Bereich des persönlichen Wissensmanagements glücklicherweise etwas einschränkt. Eine "Toolbox" impliziert ja gerade nicht, dass es sich um eine wissenschaftlich abgrundtief fundierte Abhandlung aller existierender Theoriegebäude im deskriptiven Verständnis handelt. Sie will vielmehr einen pragmatischen, praxisorientierten und möglichst einfachen Bezug zum Thema herstellen und ohne Absolutheitsanspruch Wege aufzeigen, wie persönliches Wissensmanagement konkret unterstützt werden könnte. Aus dieser sehr einschränkenden Perspektive orientieren sich die gewählten Kategorien nach langen Überlegungen und vielen Diskussionen ausschliesslich an den konkreten Bedürfnissen, den Problemstellungen und dem direkten Nutzen, den Interessierte im Rahmen eines persönlichen Wissensmanagements haben dürften.

1. Wann, bzw. in welchem Kontext, können bestimmte Methoden und Instrumente sinnvoll sein? Eines der ältesten und meistzitierten Modelle im deutschsprachigen Raum, "Wissensmanagement" zu charakterisieren und zu definieren, stammt von Probst et al. (2006). Ihre acht Bausteine des Wissensmanagements beschreiben nicht nur inhaltlich, welche Aspekte im Wissensmanagement relevant sein können, sondern repräsentieren gleichzeitig auch Phasen und Problemstellungen, die im Prozess eines Managements von Wissen vorkommen können. Wenngleich es ursprünglich zur Erklärung des organisationale Wissensmanagements entwickelt wurde, so lässt es sich nach unserer Auffassung auch relativ gut zur Kategorisierung der hier betrachteten Methoden im persönlichen Wissensmanagement adaptieren und weist eine grosse Zuordnungsabdeckung auf. Der Hauptvorteil liegt jedoch darin, dass es aufgrund der Einfachheit auch Nichtfachleuten unmittelbar einleuchtet und eine sehr schnelle und direkte Orientierung unterstützt. Alle "Tools" sind entsprechend folgenden Bausteinen, Phasen, bzw. Problemstellungen zugeordnet:

  • Wissensziele
  • Wissensidentifikation
  • Wissenserwerb
  • Wissensentwicklung
  • Wissensteilung
  • Wissensnutzung
  • Wissensbewahrung
  • Wissensbewertung.


2. Was, bzw. welche konkrete Aufgabenstellung, soll im Rahmen eines persönlichen Wissensmanagements erledigt werden? Diese Fragestellung richtet sich auf die Funktionalitäten (Attribute), die ein Tool haben sollte, um häufige im Rahmen eines PWM genannte Aufgabenstellungen und Techniken zu unterstützen. Diese Techniken wurden induktiv und deduktiv im Rahmen eines iterativen und mehrer Monate währenden Brainstorming- und Selektionsprozesses, durch Studium der einschlägigen Literatur und die besonderen Eigenschaften der Methoden selber identifiziert und aggregiert. Sie sind sicher nicht vollständig, geben aber einen guten Überblick, was an Techniken im persönlichen Wissensmanagement gemeint sein kann und abgedeckt sein sollte. Alle Tools sind entsprechend folgenden Techniken zugeordnet:

  • Organisieren: Strukturieren, Priorisieren, Reduzieren
  • Lernen: Lerntypbestimmung, Informationsaufnahme, Repetieren, Erinnern, Vergessen
  • Dokumentieren: Notieren, Archivieren, Kategorisieren, Löschen
  • Transformieren: Visualisieren, Verbalisieren, Kontextualisieren, Verknüpfen, Präsentieren
  • Recherchieren: Suchen, Navigieren
  • Kollaborieren: Kollaborieren, Kommunizieren, Feedback
  • Evaluieren: Reflektieren, Diskutieren, Stärken/Schwächen, Testen
  • Selbstmanagement: Zielsetzung, Planen, Selbstkritik, Motivieren, Kreativität, Bedarfsermittlung


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