Persönliches Wissensmanagement
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Persönliches Wissensmanagement
Definition
Das persönliche Wissensmanagement stellt – im Gegensatz zum organisationalen Wissensmanagement - das Individuum in den Mittelpunkt. Da noch wenig Literatur zum Thema persönliches Wissensmanagement vorhanden ist, gibt es noch keine allgemeingültige Definition.
Im European Guide to good Practice in Knowledge Management wird persönliches Wissensmanagement wie folgt definiert: „Ein Bündel von Konzepten, Methoden und Instrumenten zur Strukturierung und Ordnung von individuellen Wissensbeständen, welches es den Mitarbeitern ermöglicht, Verantwortung dafür zu übernehmen, was sie wissen und wen sie kennen.“ Eine weitere mögliche Definition lautet: Persönliches Wissensmanagement heisst, sein intellektuelles Vermögen, sprich eigene Kompetenzen, Beziehungen und Informationen bestmöglich einzustellen für das, was einem selber wichtig ist und für das, was man erreichen möchte (Willfort und Koó, 2007).
Beim persönlichen Wissensmanagement geht es um individuelle Ziele und Effektivität – zu erkennen, was meine Fähigkeiten sind, ein wirkungsvoller Netzwerker zu sein, eigene Ideen, Kontakte und Dokumente zu organisieren, Zeit für Reflexionen zu schaffen, zielgerichtet zu lernen und Informationen aufzunehmen und den bewussten Erfahrungsgewinn fortzusetzen. Das persönliche Wissensmanagement kann umfassende Hilfestellung bieten sowohl in der beruflichen wie auch in der persönlichen Entwicklung.
Vier Ziel- und Anforderungsfelder
In ihrem Buch „Wissenswege, Methoden für das persönliche Wissensmanagement“ zeigen Gabi Reinmann und Martin J. Eppler (2008) mit einem Anforderungsraster vier Ziel- bzw. Anorderungsfelder für das persönliches Wissensmanagement auf:
Die vier verschiedenen Zielarten (strategische und operative Ziele, Effizienz- und Innovationsziele) lassen sich durch die Kombination unterschiedlicher Strategien erreichen. Konvergentes oder divergentes Problemlösen wird zum Erreichen operativer Wissensmanagementziele und Performanz eingesetzt. Beim konvergenten Problemlösen ist das zur Problemlösung notwendige Wissen vorhanden und wird fokussierend auf ein bestimmtes Problem angewendet. Beim divergenten Problemlösen hingegen ist das Lösungsprinzip nicht bekannt und muss selbständig gefunden werden. Daher gilt die divergente Vorgehensweise als kreativ. Zur Erreichung strategischer Ziele und Kompetenz ist die Entwicklung von Fach- oder Schlüsselkompetenzen notwendig. Fachkompetenzen sind spezifisch und beziehen sich u. a. auf konkrete Inhalte, Domänen oder Firmen. Beispiele hierfür sind Fremdsprachen- oder Computeranwenderkenntnisse. Wenn die Spezifizierung auf konkrete Anforderungen nicht mehr gegeben ist, kommen überfachliche Kompetenzen bzw. Schlüsselkompetenzen zur Anwendung. Die Interaktion in heterogenen Gruppen ist solch eine Schlüsselkompetenz und erfordert eigene Such- und Eingrenzungsprozesse.
Mit dem Anforderungsraster bieten Reinmann und Eppler ein Diagnoseinstrument an, das zur ersten Klärung einer gegebenen Situation eingesetzt werden kann und die Anforderungen des persönlichen Wissensmanagement zur einfacheren Lösungsfindung in vier Felder unterteilt. Diese Anforderungsfelder können als einen weiteren möglichen Ansatz zur Kategorisierung der Methoden des persönlichen Wissensmanagements verwendet werden.
Wissensgebiete
In ihrer Forschungsarbeit „Persönliches Wissensmanagement, Eine qualitative Analyse der aktuellen Situation auf Basis von Experteninterviews“ zeigt Renate Willfort eine umfassende Struktur des persönlichen Wissensmanagements auf. Die Struktur umfasst sieben unterschiedliche Wissensgebiete mit folgenden Schwerpunkten:
Das Knowledge Team hat sich in seiner Arbeit vor allem auf den Schwerpunkt der Hilfsmittel konzentriert, denn die Auswahl von geeigneten Hilfsmitteln und technischen Möglichkeiten ist ein wichtiger Teil des persönlichen Wissensmanagements. Der effektive Einsatz von Hilfsmitteln kann auch die übrigen in der Graphik dargestellten Schwerpunkte positiv beeinflussen. So kann z.B. ein effizientes Zeitmanagement die Berücksichtigung des biologischen Lebensrhythmus unterstützen oder die Methode Fokusmethaphern beim Dokumentieren und Strukturieren zum Einsatz kommen.
Einordnung, Schnittmenge und Abgrenzung zu anderen Konzepten
Der Begriff des Managements erscheint im Zusammenhang mit dem Begriff „persönlich“ auf den ersten Blick möglicherweise als wenig sinnvoll, verstehen wir doch unter managen das Führen von Personen, die Optimierung des Einsatzes von relevanten Ressourcen und das Erreichen von organisationalen Zielen (Willke, 2004). Es stellen sich die Fragen, ob man sich selber führen kann, welches unsere persönlichen Ressourcen und welches denn die Ziele sind. Es scheint aber durchaus sinnvoll, sich auch persönlich Ziele zu setzen und Strategien zu entwickeln, wie diese mit den vorhandenen Ressourcen erreicht werden können. Dennoch muss im persönlichen Bereich die Betrachtung differenzierter erfolgen, da nicht unbedingt die Erreichung der Ziele, sondern vielmehr der Weg selbst für eine individuell betrachtete hohe Lebensqualität wichtig ist.
Das persönliche Wissensmanagement orientiert sich, im Gegensatz zum organisationalen Wissensmanagement an den Zielen der einzelnen Person. Dass die Ziele der Organisation nicht identisch sind mit denjenigen der Individuen erscheint offensichtlich. Eine fruchtbare Verbindung von persönlichem und organisationalem Wissensmanagement ergibt sich dort, wo es gelingt, persönliche und organisationale Ziele zu verbinden.
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