Wissensdiagnose

Aus Wissensmanagement

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Frage oder Problemstellung

Wie kann ich die Qualität und Aussagekraft eines Mind-Maps analysieren und beurteilen?

Definition

Concept Mapping ist eine Methode, Wissensstrukturen darzustellen. Mit mit einer geeigneten Software ist die Beurteilung und Förderung strukturellen Wissens möglich.

Beschreibung des Tools und Funktionsweise

Pädagogische Diagnostik (Beobachtung, Beurteilung und Förderung von Lernprozessen) ist ein wichtiger Teil des Unterrichtsgeschehens. Diagnostische Verfahren messen in der Regel nur das Endprodukt der intellektuellen Leistung. Ziel von diagnostischen Verfahren sollte es aber auch sein, Strukturen und Prozesse hinter der gezeigten Leistung festzustellen d.h. Wissen soll in seiner gesamten Komplexität erfasst und bewertet werden können. Seit einigen Jahren werden verstärkt Methoden eingesetzt, die gezielt eine Vernetzung von Wissensinhalten fördern. Während die Methode der Netzwerkbildung bzw. Concept Mapping primär zur Unterstützung von Lehr und Lernprozessen dient, kann diese Methode auch als Instrument zur Wissensdiagnose von Wissenstrukturen eingesetzt werden.

Im Folgenden werden zwei computergestützte Werkzeuge vorgestellt, die Wissensdiagnosen ermöglichen. Hintergrund dieser beiden Methoden ist das Concept Mapping.

  • Netzwerk-Elaborations-Technik (NET)

Mittels der computergestützten Netzwerk- Elaborations- Technik (NET) können die erstellten Wissensnetze anhand qualitativer und quantitativer Kriterien analysiert, beurteilt und miteinander verglichen werden. Zudem ermöglicht das Programm dem Lernenden, seine Maps mit sog. Expertennetzen" zu vergleichen. Durch den automatisierten Vergleich von Lernernetzen mit einem sorgfältig validierten Expertennetz können Lernfortschritte sehr gut und differenziert nachvollzogen werden.

  • Diagnose strukturellen Wissens (COMASOTO)

Die mit COSOMATO erstellten Netzwerke werden anhand folgender Kategorien beschrieben und beurteilt: Umfang (Grösse des Netzes, Anzahl Knoten und Beziehungen), Struktur (Anzahl der Zusammenhänge, Dichte der Vernetzung), Inhalt (Anzahl aufgezeigter Themen und Beziehungen untereinander) und Stabilität (Innerer Zusammenhang, Vergleich mit anderen Netzen. Die Wissensdiagnose mittels Netzwerkbildung bietet eine gute Basis zur Beurteilung und Förderung des strukturellen Wissens eines Lernenden.


Anwendungsbeispiel

Beim vorliegenden Beispiel hatte der Lernende die Aufgabe, ein Netzwerk eines erfolgreichen Betriebes darzustellen. Es wurde nach den obgenannten Kategorien beurteilt

Bild:cmap1.jpg

Mandel H., Fischer F. (Hrsg.) (2000) Wissen sichtbar machen. Wissensmanagement mit Mappingtechniken.Göttingen: Hofgrefe (S. 170)

Material und Hilfsmittel

Concept Mapping kann im paper & pencil-Verfahren (Strukturlegetechnik) oder mit einer entsprechenden Software realisiert werden (siehe weiterführende Informationen).

Aufwand, Schwierigkeit

Mittel

Vor- und Nachteile

Die Methode des Concept Mapping ist zweifellos ein gutes Instrument zur Förderung und Beurteilung von strukturellem Wissen. Besonders die Kategorien zur Beurteilung von Maps bei COMASOTO sind hilfreich. Nachteil ist, dass die Übersicht bei umfangreichen Themen verloren gehen kann.

Literatur

  • Mandel H., Fischer F. (Hrsg.) (2000) Wissen sichtbar machen. Wissensmanagement mit Mappingtechniken.Göttingen: Hofgrefe (S. 134ff)
  • Steffen H., Haller M. (2002) Mappingverfahren zur Wissensorganisation. Diplomarbeit: Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie.

Weiterführende Informationen

Die Verwendung einer geeigneten Software hat den entscheidenden Vorteil gegenüber herkömmlichen paper & pencil-Verfahren, dass einmal konstruierte Begriffsnetze nach Belieben verändert, umstrukturiert und korrigiert werden können. Zum anderen eröffnen sich ganz neue Wege einer vielseitigen und zugleich zeiteffizienten Auswertung.


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